Big Data - ein Thema für die Jugendmedienarbeit



2015 | kopaed verlag, Düsseldorf- München, 2015



Eigentlich wissen wir es längst: es ist uns nicht mehr möglich, keine Datenspuren zu hinterlassen und sich der Auswertung unserer Daten zu entziehen.


Die klassischen Ansätze im Bereich des Jugendmedienschutzes beziehen sich vor allem auf die bewusst eingegeben Daten z.B. in sozialen Netzwerken, sie schützen Jugendliche vor allem vor anderen Nutzern. Noch kaum entwickelt sind Methoden, die dazu beitragen, die wirtschaftlichen und politischen Implikationen von Big Data für Jugendliche durchschaubarer zu machen. Im Sinne von aktueller Medienkritik und -reflexion setzen wir uns damit auseinander, dass sich mit den vernetzten Medien durch vielfältige Endgeräte immer genauere Profile individueller Personen und Nutzergruppen anlegen lassen, Profile, die ausgewertet und in relevanten gesellschaftlichen Zusammenhängen genutzt werden. Ob zu unserem Nutzen oder Schaden gilt es zu reflektieren und demokratisch zu entscheiden. Im Sinne der Vermittlung von Mediennutzungs- und Medienproduktionsfähigkeiten möchten wir zugleich dazu beitragen, Jugendlichen auch die Chancen, die sich durch die Auswertung großer Datenmengen ergeben, zu vermitteln.
Ausgehend von diesen Gedanken entwickelt das jfc Medienzentrum seit 2014 Methoden und Materialien, die helfen, das abstrakte Thema an Jugendliche zu vermitteln. z.B. die Arbeitshilfe: Big Data für die Jugend(medien-)arbeit. Wir gehen davon aus, dass sowohl Pädagogen_innen als auch junge Menschen mehr Hintergrundinformationen brauchen, um Big Data nicht nur aus der individuellen Perspektive (wie verhalte ich mich richtig?) sondern auch aus einer politischen Perspektive (welche Interessen stecken hinter den Datensammlungen und Algorithmen, welche Chancen und Konsequenzen hat ihre systematische Auswertung?), zu betrachten. Der Beitrag stellt, ergänzend zu vielen spannenden theoretischen Analysen des Buches erste praktische Ansätze vor.

kopaed Verlag

Autor(en): Gerda Sieben

Publikationstyp: Fachartikel

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