Big Data - mehr Methoden für die Jugendmedienarbeit

Big Data - mehr Methoden für die Jugendmedienarbeit

Medienkritik 4.0



Projektstart: 1.7.2016

Wir wissen es längst: Es ist nicht mehr möglich, keine Datenspuren zu hinterlassen und sich der Auswertung unserer Daten zu entziehen.

Big Data - mehr Methoden für die JugendmedienarbeitDie Ebene, auf der wir bewusst entscheiden, was wir ins Netz stellen ist nur die offensichtlichste, doch lange nicht die wichtigste Quelle, aus der die „Großen“ des Internet (Google, Facebook, Apple, Amazon...) ihre Infos beziehen, nutzen oder weiterverkaufen. Es geht nicht nur um die Inhalte unserer Posts, sondern auch um Metadaten, die unser Nutzerverhalten sehr genau abbilden. Immer mehr freundliche, vernetzte Maschinen mit denen wir alltäglich umgehen, liefern, ohne dass wir das mitbekommen– Datenfutter für Algorithmen, die die erstaunlichsten Prognosen und Zuordnungen ermöglichen.

Klassischer Jugendmedienschutz muss ergänzt werden



Die bisherigen Ansätze des Jugendmedienschutzes beziehen sich vor allem auf die bewusst eingegeben Daten z.B. in sozialen Netzwerken. Noch wenig entwickelt sind Methoden, die dazu beitragen, die wirtschaftlichen und politischen Implikationen von Big Data, also der Auswertung großer Datenmengen für Jugendliche verstehbar zu machen.
Junge Menschen brauchen Hintergrundinformationen, um diese für ihre Zukunft so wichtige Entwicklung nicht nur aus der individuellen Perspektive (wie verhalte ich mich richtig?), sondern auch aus einer politischen Perspektive (welche Interessen stecken hinter den Datensammlungen und ihrer Auswertung?) zu betrachten.

Aufklärung ist wichtig – aber wie?



Medienkritisch müssen wir uns damit auseinandersetzten, dass sich mit der Vernetzung vielfältiger (mobiler) Endgeräte immer genauere Profile individueller Personen und Nutzergruppen anlegen lassen - Profile, die ausgewertet und in relevanten gesellschaftlichen Zusammenhängen genutzt werden. Ein gutes Beispiel: Psychometrie kombiniert mit der Analyse großer Datenmengen.http://www.dasmagazin.ch/2016/12/03/ich-habe-nur-gezeigt-dass-es-die-bombe-gibt/
Ob zu unserem Nutzen oder Schaden gilt es zu reflektieren und demokratisch zu entscheiden. Eindeutige Antworten sind oft schwer. Medienpädagogische Reaktionen müssen von der grundsätzlichen Informiertheit über das Thema zu persönlichen, wie gesellschaftlichen / politischen Handlungsmöglichkeiten reichen. Medienpädagogische Methoden, die das aufgreifen, gibt es bisher nur vereinzelt. Darum hat das jfc Medienzentrum 2014 eine erste hier auch digital verfügbare Arbeitshilfe zum Thema Big Data erstellt. Hier werden erste Infos und Methoden zusammengestellt:

– Was ist Big Data Analytics?
– Welche Auswirkungen hat Big Data Analytics?
– Wie können wir auf die Herausforderungen reagieren?
– Welche Methoden gibt es zum Thema?
– Wo gibt es weitere Informationen?

Mit der ganz einfachen Anregung: Verschließen Sie nicht die Augen, diskutieren Sie mit Jugendlichen, nehmen Sie das Thema auf, selbst wenn es noch keine fertigen Rezepte gibt. Denn möglicherweise finden wir viele Antworten nur gemeinsam!

Methodenentwicklung





Neue Methoden müssen dazu beitragen,

1) die Abstraktheit, Unsichtbarkeit und Komplexität in Anschaulichkeit zu übersetzen
2) Digitale Infrastrukturen zu durchschauen und demokratisch mitzugestalten
3) Meinungsvielfalt einzufordern und Diskriminierungen zu verhindern
4) Die digitale Selbstbestimmung zu fördern
5) Produktive und gesellschaftlich wünschenswerte Nutzungsformen zu ermöglichen

Konkret entwickeln wir zur Zeit Methoden, die Aspekte des Themas anschaulich machen:

Methode 1: Der Algorithmus


mit Anregungen um zu vermitteln, was Algorithmen im Grundsatz sind

Methode 2: Sortieralgorithmen


Spielerische Annäherung an die Funktionalität von Algorithmen

Methode 3: 100Prozent 2050 / Live-Statistik


Dokumentarisches Theater als „Live Statistik“ mit gesellschaftlich repräsentativen Rollen
(Spielkarten werden derzeit noch erstellt)

Methode 4: Das Politische und Big Data Analytics

Werkstattmethode zur Reflexion über gesellschaftliche Auswirkungen und Wertekonflikte. Entwicklung von Haltungen und Handlungsoptionen

Mehr dazu:methoden zur Big Data Analytics (0.75MB)[/b]

Das aktuelle Projekt wird von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert.

Weitere Materialien:



a) Die Big Data - Arbeitshilfe für die Jugendarbeit (3.64MB) gibt einen thematischen Einstieg, stellt zahlreiche Quellen und Materialien (Videos, Apps, Filmliste) vor und gibt Anregungen für die Umsetzung in pädagogischen Settings.

b) Valentin Dander: Dossier Selftracking und Algorithmen (11.7MB)Das Dossier klärt grundlegende Begriffe und liefert wissenschaftlich fundierte Grundlagen aus medienpädagogischen und darüber hinaus reichenden Erkenntnissen. Es stellt bestehende medienpädagogische Projekte zum Thema vor.

c) Das Big Data Planspiel "Start up in Datarryn" (0.44MB)simuliert die kommerziellen Möglichkeiten im Umgang mit verschiedenen Datensätzen. Es kann in Gruppen von 6-20 Personen gespielt werden und eignet sich, nach einer Einführung in das Thema für Menschen ab 12 Jahren. Es wurde vom jfc Medienzentrum entwickelt. Über Rückmeldung zum Spiel freuen wir uns sehr!

d) Gemeinsam mit vielen medienpädagogischen ExpertInnen wurde 2016 ein Positionspapier erarbeitet, dass die Herausforderung für Medienpädagogik und Gesellschaft durch Big Data Analytics zuspitzt. Es findet sich unter dem Titel: Digitale Datenerhebung und -verwertung als Herausforderung für Medienbildung und Gesellschaft auf einem Blog der GMK: http://bigdata.gmkblog.de/

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