Inklusion beim Kölner Kinderfilmfest CINEPÄNZ


Projektstart: 12.11.2016
Projektabschluss: 31.12.2016

Aktivierde Projekte mit jungen Geflüchteten, Gebärdensprache, Audiodeskription, dezentrale Aktionen in Bürger- und Jugendhäusern, Mobilitätshelfer... in unserer Film- und Videoarbeit schliessen wir Menschen mit zugeschriebenen Behinderungen mit ein.

Ein ganzes Kinderfilmfest mit mehr als 150 Veranstaltungen an vierzehn verschiedenen Orten inklusiv zu gestalten ist ein zwar anstrebenswertes Ziel, aber sehr aufwändig. Dennoch versucht CINEPÄNZ, so gut es möglich ist das Festival inklusiv zu gestalten. Dies geschieht mit mehreren Schwerpunkten:

Kino für Gehörlose



Gehörlose und schwerhörige Kindern können den vorgeführten Kinderfilmen nicht immer folgen. Im Spielfilm gibt es sehr viele Handlungsteile, die über die Dialoge des Films vermittelt werden. Deshalb gibt es bei CINEPÄNZ bei einigen Filme eine Übersetzung in die Gebärdensprache. Neben der Leinwand wird ein Gebärdendolmetscher plaziert, der die Dialoge und Geräusche des Films übersetzt. Gehörlosen und schwerhörigen Kindern wird so ermöglicht, dem Film zu folgen, hörende Kinder findes es spannend, zu sehen, wie die Dialoge in visuelle Zeichen übertragen werden.

Kino für Sehbehinderte und blinde Kinder



Zunächst klingt es wie ein Widerspruch, blinde und sehbehinderte Kinder ins Kino zu holen. Aber diesen Kindern fehlt in der Regel die Möglichkeit, mit den sehenden Kindern in den Alltagsgesprächen über die aktuellen Kinofilme mitzuhalten. CINEPÄNZ zeigt einen im Kino erfolgreichen und bei allen Kindern beliebten Film für blinde und sehbehinderte Kinder. Dabei werden die Bildinhalte über eine Audiodescription auf der Tonspur vermittelt. Ein Sprecher erzählt, was gerade im Bild passiert. Die sehbehinderten Kinder bekommen diese Informationen über ihr Smartphone per Kopfhörer direkt ins Ohr. Damit können auch sehende Kinder den Film geniessen, ohne durch die Audiodescription abgelenkt zu sein. Damit ist diese Filmvorführung in besonderem Maße eine Veranstaltung für behinderte und nichtbehinderte Kinder.

Dreharbeiten mit Roma-Kindern



Schon im dritten Jahr dreht das jfc Medienzentrum in einer Jugendeinrichtung in Köln-Poll mit geflüchteten Roma-Kindern und Roma-Jugendlichen einen Dokumentarfilm. Die Roma-Kinder erzählen von ihrer Situation vor der Kamera. Aber sie übernehmen auch Funktionen im Team. Sie führen die Kamera, erarbeiten Szenen, die sie für wichtig halten. Der fertige Film wird beim Kölner Kinderfilmfest CINEPÄNZ uraufgeführt.


Kino in benachteiligten Stadtteilen



Viele Kinder, besonders solche aus sozial benachteiligten Stadtteilen, können nicht die Festivalkinos in der Innenstadt besuchen. Sie sind zu sehr an ihren Stadtteil gebunden, oft erfahren sie keine Unterstützung z.B. von den Eltern, wenn es um den Besuch beim Festival geht. Daher geht CINEPÄNZ in diese Stadtteile. Das Programm des Festivals läuft außerhalb der Festivalkinos in zehn Jugendeinrichtungen in verschiedenen Kölner Stadtteilen. So können die Kinder die Filme in Einrichtungen sehen, die ihnen vertraut sind.


Mobilitätshelfer im Kino



Nicht alle der am Kinderfilmfest CINEPÄNZ beteiligten Kinos sind barrierefrei. In einem der Kinos arbeitet ein Mobilitätshelfer, der dafür sorgt, dass auch bewegungseingeschränkte Kinder oder Rollstuhlfahrer den Kinosaal erreichen.


Alle Hilfestellungen könnten häufiger vorgehalten werden und so das Angebot weiter ausgebaut werden. Dennoch sind die genannten inklusiven Bestandteile ein Anfang, das Kinderfilmfest CINEPÄNZ auch für Kinder mit zugeschriebenen Behinderungen erreichbar zu machen.

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