Internetwährung: Eure Daten

27.11.2019 | „Bitte einmal deine Daten, dann kannst du unseren Service nutzen“ – Denn obwohl wir nicht mit Geld fürs googeln zahlen, bezahlen wir dennoch mit einer ganz anderen Form von Währung - unseren Daten.



Was kostet im Internet eigentlich Geld? Auf den ersten Blick fast gar nichts. Wir googeln, ohne zu bezahlen. Wir sind auf sozialen Netzwerken unterwegs, ohne zu bezahlen. Die meisten nutzen wahrscheinlich auch ein E-Mail-Konto, ohne dafür zu bezahlen. Aber die Anbieter stellen ihre Services nicht gratis zur Verfügung, weil sie so ein großes Herz haben. Stattdessen zahlen wir mit unseren Daten. Das dürfte wohl nichts neues sein. Es gibt eben (fast) nichts, das wirklich umsonst ist. Das Problem: Wir haben so gut wie keine Kontrolle, was mit unseren Daten passiert und wer damit Geld verdient. Ein neuer Browser möchte das ändern.



Mit dem Brave-Browser (http://brave.com/de/) sollen Nutzer*innen für das Anschauen von Werbung ein kleines bisschen Geld bekommen, in Form der Kryptowährung BAT. Das Geld können sie dann ihrer Lieblingswebseite oder YouTuber*innen oder Twitter-Nutzer*innen als kleine Spende zukommen lassen. Oder sie können es auch selbst behalten.



So zumindest die Vorstellung von Brave-Erfinder Brendan Eich. Der ist nämlich auch mit Schuld daran, dass Webseiten mit Hilfe von Cookies Daten speichern können und mit gezielter Werbung Geld verdienen können (http://www.sueddeutsche.de/digital/brave-browser-chrome-werbung-netz-javascript-tracking-1.4688866).

Nutzer*innen müssen nicht am Werbeprogramm von Brave teilnehmen. Zumal es aktuell noch gar nicht online ist, weil die entsprechende Software noch entwickelt werden muss. Brave verspricht nämlich auch, ein schnellerer und sicherer Browser zu sein. Möglich ist das, weil eben keine Werbecookies von Drittanbietern gespeichert werden müssen. Brave basiert auf dem Open Source-Code von Googles Chromium Browser. Deshalb lassen sich die Lesezeichen von Chrome oder auch Firefox schnell importieren. Als Standardsuchmaschine ist DuckDuckGo eingerichtet. Eine Alternative zu Google, die ebenfalls auf den Datenschutz der Nutzer*innen achtet. Außerdem kommt Brave mit eingebautem Werbeblocker.

Werbetreibende im Netz dürften von dieser Idee nicht begeistert sein. Ob sich das Auszahlungssystem von Brave durchsetzt, wird aber von der Nutzerzahl abhängig sein. Bis dahin ist es ein weiterer Browser, der, ähnlich wie z.B. Firefox oder Safari, mit besonderer Sicherheit und Schutz der Privatsphäre wirbt.

An dieser Stelle werbefreie Grüße und bis nächste Woche im Tiny Feed.

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