Cinepänz Tag 7: Die Einsprecher

23.11.2018 | Die Einsprecher machen internationale Filme für Kinder verständlich.



Auf Filmfestivals laufen in der Regel die internationalen Kopien der neuesten Filme. Das bedeutet, dass die Filme nicht auf deutsch synchronisiert sind sondern englische Untertitel haben. Für ein erwachsenes Festivalpublikum ist das kein Problem. Aber auf einem Kinderfilmfestival muss man andere Lösungen finden.

Hier kommen Bettina und Miklos Horvath ins Spiel. Die beiden Schauspieler, die für Cinepänz die deutsche Übersetzung der Originaldialoge einsprechen, gehören zu den Grundpfeilern des Kölner Kinderfilmfests Cinepänz. Mit ihrer schauspielerischen Erfahrung können sie den verschiedenen Stimmen des Films einen unterschiedlichen sprachlichen Ausdruck geben. Selbst bei schneller Rede und Gegenrede auf der Leinwand schaffen es die beiden durch unterschiedlichen Stimmlage und Intonation dem Publikum zu verdeutlichen, wer im Film gerade was sagt.

Die Arbeit der Einsprecher bedeutet, mit voller Konzentration über die volle Filmlänge zu arbeiten, damit kein Einsatz verpasst wird. Und die Kinder? Die sind vor Beginn des Films immer ein wenig skeptisch, weil sie eine Filmvorführung mit Einsprechern nicht kennen, haben aber nach wenigen Minuten vergessen, dass überhaupt eingesprochen wird. Und immer kommen nach der Vorführung etliche Kinder zu den beiden Sprechern, um sich zu bedanken und um betonen, dass sie die Einsprache toll fanden.

Für den Festivalleiter Joachim Steinigeweg hat die Einsprache auch einen medienpädagogischen Aspekt: "Wer in Deutschland immer nur synchronisierte Filme schaut glaubt ja, dass jeder Inuit und jeder Japaner deutsch spricht. Mit der Vorführung der Originalfassung bei gleichzeitiger Übersetzungshilfe zeigen wir den Kindern den Reichtum der unterschiedlichen Sprachen und Kulturen."

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